Autor/in
© Dea Geršak

Dea Gersak

Dea Geršak, geboren 1975 in Berlin, studierte Medizin und arbeitete als Ärztin in Japan, Bayern und Berlin. Neben Schreibseminaren absolvierte sie 2020 das Fernstudium Prosaschreiben bei der Textmanufaktur. Seit 2021 veröffentlicht sie Texte in Zeitschriften und Anthologien (u.a. in Die Brücke, Die Rampe und Krachkultur). 2022 und 2024 wurde sie jeweils mit einem Kärntner Landesstipendium für Literatur bedacht (2024 für ihr Romanprojekt »Der Gepard«). Dea Geršak lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

»Die Jury hat sich für die Erzählung ›Der Tannit‹ von Dea Geršak entschieden, weil ihr Text in einer ganz eigenen, nicht selten poetisch verdichteten Sprache verfasst ist, einen eigenwilligen Ton hat und zugleich eine drängend wichtige, ebenso aktuelle wie zeitlose Thematik hat: die Verquickung von Migration und Familie, von Fremdheits- und Entfremdungsgefühlen, von Liebe und Gewalt.«
Auszug aus der Laudatio für den preisgekrönten Textauszug aus »Der Tannit« bei der »Narrativa 2021«
Martin Hielscher (C.H. Beck)

Titel

Krachkultur 24/2025

Die Drombuschs, die Simpsons, die Feuersteins oder doch lieber die Addams Family. Eine schrecklich nette Familie hat fast jeder. Was auch immer grad gesellschaftlich anerkannt ist, um das Konstrukt Familie zu definieren. Großfamilie, Ein-Eltern-Familie, Patchwork- oder Regenbogenfamilie. Irgendwas umgibt uns zwanghaft, zur Not als quälendes Abwesendes. Manch einer muss ihr entfliehen, ein anderer findet in ihr Geborgenheit. Kalt lässt sie niemanden. Laut Kurt Tucholsky ist »die Sehnsucht des Menschengeschlechtes nach dem Paradiese (...) hauptsächlich als der glühende Wunsch aufzufassen, einmal, nur ein einziges Mal friedlich ohne Familie dahinleben zu dürfen«. Die neue KRACHKULTUR widmet sich der Frage, was die Familie eigentlich ist. Alle Facetten dieses Kunststücks oder Ärgernisses werden mittels Prosa (in der Überzahl), Lyrik (seltener) oder Essay (noch seltener) beleuchtet.

»›Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre Weise.‹ Der berühmte Satz, mit dem Leo Tolstoi seinen Roman ›Anna Karenina‹ beginnen lässt, wird in diesem Band der KRACHKULTUR zwar nicht zitiert. Aber er schwingt mit. (...) Ein großes Unglück kann es aber auch bedeuten, ganz ohne Familie leben zu müssen: Dea Geršaks Romanauszug ›Diamantpark‹ ist ein Dokument der Einsamkeit.«
Süddeutsche Zeitung, Antje Weber

»Dea Geršak begegnet in ›Diamantpark‹ einem unsympathischen alten Mann, der Spatzen füttert und gleich darauf wieder verschwunden ist, genau wie die Spatzen, die es dort sonst nicht gibt. Wann wird er, wann werden andere Gestalten der Erzählerin wiederbegegnen, und werden auch diese Begegnungen so mystisch-alltäglich sein?«
Am Erker, Andreas Heckmann